Gudensberger Schwimmer trafen Olympiasieger Michael Groß
Zu Gast bei den Hessischen Masters-Meisterschaften, an welchen auch die Masters Schwimmerinnen und Schwimmer der Gudensberger SG teilnahmen, war der bisher erfolgreichste westdeutsche Schwimmsportler – der aus Offenbach stammende Michael Groß.
Michael Groß wurde bei den olympischen Spielen 1984 in Los Angeles von der US-Presse mit „seinem“ Spitznamen „Albatros“ getauft. Bei einer Arm-Spannweite von knapp 2,11 m und seinem eleganten Schwimmstil allzu verständlich. „Flieg, Albatros, flieg“. Mit diesem Satz hat sich nicht nur Jörg Wontorra als TV-Kommentator berühmt gemacht. Auch Groß kam bei diesen Spielen ganz groß raus. Seine zwei Goldmedaillen holte er sich mit Weltrekorden, seine einzigartige Medaillenjagd nahm seinen Lauf.
Der promovierte Germanist zählte in seiner aktiven Karriere zu den absoluten Topstarts und wurde 1983 und 1985 zum „Weltschwimmer des Jahres“ gewählt. Bei der Wahl zum „Sportler des Jahres“ stand er sogar 4 mal ganz oben auf der Liste. Michael Groß gewann insgesamt drei Mal Gold bei Olympischen Spielen, wurde fünf Mal Weltmeister und dreizehn Mal Europameister. Er stellte zwölf Weltrekorde und 24 Europarekorde auf. Der unumstrittene Held der Nation war er unterdessen nie. Vielmehr waren es Respekt und Anerkennung für seine Leistungen, was ihm von der Öffentlichkeit entgegengebracht wurde. Der Ruf des „Stars“ passte in seiner Karriere auch gar nicht in seinen Plan, den er mit einer ungeheuren Zielstrebigkeit verfolgte: „Pflegeleicht bin ich nicht – werde ich auch nie“, machte sich Groß keine besonderen Gedanken über sein öffentliches Erscheinungsbild.
Teamplayer war er aber im sportlichen, was er zum Abschluss seiner Karriere noch einmal unter Beweis stellte: Gold in der 4x200m Freistilstaffel: „Bin stolz, als Mitglied dieser Mannschaft meine Karriere beendet zu haben“, so der Schwimmheld eines ganzen Jahrzehnts. Heute ist Groß als Unternehmensberater in Frankfurt tätig. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Michael Groß war in seiner Trainingsgestaltung für neue Wege und Ideen offen. Er war höchstens zweimal 90 Minuten pro Tag im Wasser und forcierte das Gewichtstraining sehr. Dazu holte er sich auch Ausdauer außerhalb des Schwimmbeckens, vor allem auf dem Rennrad. Sein Trainer, der ihn während seiner sportlichen Laufbahn betreute, war Hartmut Oeleker, welcher heute Landesschwimmwart im Hessischen Schwimm-Verband ist.
Nach einem kurzen Plausch am Beckenrand machten die Aktiven der GSG noch ein Erinnerungsfoto mit dem mehrfachen Olympiasieger.
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