Welch ein Triumph - Deutsche Triathleten schreiben Sportgeschichte!

Gudensberger Schwimmer nahmen an IRONMAN 2004 auf Hawaii teil!

Der deutsche Triathlonsport erlebte beim IRONMAN 2004 auf Hawaii den größten Tag seiner Geschichte: Nina Kraft und Normann Stadler zeigten beim Prestigerennen im Pazifik eindrucksvolle Leistungen und siegten mit großem Vorsprung. Nina Kraft ist die erste deutsche Siegerin in der 26- jährigen Geschichte des Rennens, während Normann Stadler in die Fußstapfen von Thomas Hellriegel, der 1997 als erster Deutscher siegen konnte, trat.

Mit dabei in diesem Jahr waren auch Jürgen Fischer und Uwe Schmidt von der Gudensberger SG ( wir berichteten ). Sie waren zwei, von insgesamt 1.797 Triathleten aus 48 Nationen, die beim prestigeträchtigsten und wichtigsten Triathlonrennen der Welt an den Start gingen. Sie erreichten nach über 10 Stunden Schwimmen, Radfahren und Laufen überglücklich das Ziel in Kailua – Kona.

Für beide Athleten war es nicht die erste Teilnahme am IRONMAN Hawaii. Jürgen Fischer war bereits im Jahr 2003 dabei und für Uwe Schmidt war es bereits die sechste Teilnahme. Beide hatten sich über viele Monate auf diesen Wettkampf vorbereitet. Ihr Tagesablauf wurde bestimmt von Trainingseinheiten Schwimmen, Radfahren und Laufen.

Für viele von uns ist und bleibt Hawaii ein Traumziel. Jürgen Fischer und Uwe Schmidt waren bereits 10 Tage vor dem Wettkampftag nach Hawaii gereist, um ihren Körper an die klimatischen Bedingungen anzupassen. Dabei wurde Jürgen von seiner Frau Birgit und Tochter Jana begleitet. Sie standen am Wettkampftag auch als „FAN" an der Strecke und feuerten Jürgen und Uwe an.

IRONMAN Hawaii =

3,8 km Schwimmen / 180 km Radrennen / 42,2 km Laufen

Pünktlich um 07.00 Uhr Ortszeit stieg man an diesem schönen Morgen in der Bucht von Kailua – Kona auf Big Island in das 27° pudelwarme, jedoch salzige Wasser des Pazifik. Die erste Teilstrecke über 3,8 km Schwimmen lag vor den Sportlern. Jürgen Fischer als guter Schwimmer benötigte 1:05 Stunden für die Auftaktdisziplin. Dabei hatte er mit anderen Sportlern mehr zu kämpfen, ungewollte Fußtritte oder Schläge bei einer so großen Anzahl von Sportlern gehören dazu, als mit dem doch ungewohnten Meerwasser. Etwas schwerer tat sich Uwe Schmidt, der immer wieder durch das salzige Wasser mit Übelkeit zu kämpfen hatte. Nach 1:12 Stunden hatte er das schlimmste geschafft, so dachte er !

Vor den Aktiven lagen nun 180 km Radfahren durch die glutheißen Lavafelder des Vulkans Mauna Kea. Dabei machte in diesem Jahr nicht nur die Hitze den Triathleten zu schaffen, sondern auch der heftige Mumuku – Wind. Die Hitze nahm von Minute zu Minute zu, die Sonne brannte von Stunde zu Stunde stärker. Schwierig war es für alle Beteiligten, man musste während der 180 km viel Essen und Trinken, um den Energieverbrauch wieder auszugleichen. Viele Athleten gaben bereits beim Radfahren verzweifelt auf, darunter auch so mancher Profi. Das Tempo beim Radfahren war von Anfang an sehr hoch. Doch so nach ca. 30 km merkte man plötzlich – hoppla hier kommt schon so früh der Wind auf – der sich dann langsam zu einem unangenehmen Sturm entwickelte. Nach 5:47 Stunden hatte Uwe Schmidt die 180 km lange Radstrecke überwunden. Jürgen Fischer benötigte für seine zweite Teilstrecke 6:12 Stunden.

Endlich wieder auf eigenen Beinen, obwohl diese einen am Anfang nach 180 km Radfahren kaum tragen wollen, ging es jetzt auf die letzte Teilstrecke des IRONMAN Hawaii: den Marathon. Uwe Schmidt hatte am Anfang der 42,2 km Marathonstrecke ein gutes Gefühl, doch bei km 35 war der Akku fast leer. Er musste anschließend oftmals gehen und hatte aber dadurch Gelegenheit, an den Verpflegungspunkten mehr Flüssigkeit aufzunehmen die ihm bis dahin fehlte. Die Marathonstrecke beendete er nach 3:28,50 Stunden. Jürgen Fischer hatte während des Laufens keine größeren Probleme. Für die 42,2 km benötigte er 3:38,08 Stunden.

Für beide Athleten kam dann nach über 10 Stunden der große Moment: der Zieleinlauf in der Hafenbucht von Kailua – Kona. Hinter ihnen lagen insgesamt 226 km Schwimmen, Radfahren und Laufen. Sie haben beide an diesem Tag dem Salzwasser, den Wellen, der Hitze, der Sonne und dem Wind getrotzt. Sie waren glücklich endlich im Ziel zu sein. Für beide war es ein toller Wettkampf. Viele andere die am frühen Morgen mit Uwe und Jürgen gestartet waren, haben das Ziel nicht erreicht und mussten aufgeben. Insgesamt benötigte Uwe Schmidt für den IRONMAN Hawaii 10:37,49 Stunden und belegte damit in der Gesamtwertung den 293. Platz und in seiner Altersklasse 45 den 9. Platz. Jürgen Fischer erreichte das Ziel als 525. mit einer Zeit von 11:04.49, was in seiner Altersklasse 40 den 63. Platz ergab.

Mit den gezeigten Leistungen konnten beide Athleten mehr als zufrieden sein. Sie nahmen an einem denkwürdigen Wettbewerb teil, der in die Sportgeschichte eingehen wird. Nicht nur wegen dem Erfolg von Nina Kraft und Normann Stadler. Die 28. Auflage des IRONMAN Hawaii wurde zu einer vorwiegend deutschen Angelegenheit. Hinter dem Sieger Normann Stadler komplettierten bei den Männern der Münchner Faris Al-Sultan als unerwartet Dritter, der vierte Alexander Taubert und Timo Bracht als achter ( beide aus Mannheim ) das famose Auftreten der Deutschen Triathleten.

Hier die Einzelergebnisse vom IRONMAN Hawaii:

Jürgen Fischer

Gesamtzeit:

11:04,49 Stunden

3,8 km Schwimmen

1:05,37

180 km Radfahren

6:12,48

42,2 km Laufen

3:38,08

Uwe Schmidt

Gesamtzeit:

10:37,49 Stunden

3,8 km Schwimmen

1:12,07

180 km Radfahren

5:47,31

42,2 km Laufen

3:28,50

Beiden Aktiven gratulieren wir nochmals recht herzlich zu dieser tollen Leistung. Wir sind stolz auf Euch!!!

Jürgen Fischer und Uwe Schmidt als glückliche „Finisher" beim IRONMAN Hawaii

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